Altverträge sind nicht immer besser!
- Lena Wagner

- 9. Dez. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Warum du alte Sachverträge regelmäßig überprüfen solltest.

Viele Versicherungsnehmer gehen noch immer davon aus, dass ein einmal abgeschlossener Versicherungsvertrag dauerhaft ausreichend sei – insbesondere, wenn er seit Jahrzehnten besteht und die Prämien vergleichsweise niedrig sind. In vielen Sachversicherungssparten, vor allem in der Wohngebäudeversicherung, ist dies jedoch ein trügerischer Eindruck. Die Rahmenbedingungen verändern sich kontinuierlich: Baukosten steigen, Schadenhäufigkeit und Schadenhöhen nehmen zu, und neue Risiken gewinnen an Bedeutung. Wer seine Versicherungsverträge nicht regelmäßig anpasst, riskiert eine erhebliche Unterversicherung und damit im Schadenfall empfindliche finanzielle Belastungen.
Altverträge sind meist nicht mehr zeitgemäß
1. Inflation und Baukostensteigerungen 💸
Die Kosten für Reparatur- und Wiederaufbaumaßnahmen steigen seit Jahren deutlich an – verursacht durch höhere Materialpreise, gestiegene Lohnkosten sowie allgemeine Inflation. Eine statische, seit Vertragsabschluss unveränderte Versicherungssumme kann die tatsächlichen Wiederherstellungskosten im Falle eines Totalschadens oftmals nicht mehr abdecken. Eine gleitende Neuwertversicherung stellt sicher, dass die Versicherungssumme fortlaufend an die aktuellen Baupreise angepasst wird.
2. Zunahme von Schadenhäufigkeit und Schadenhöhe ↗️
Die jährlichen Versicherungsleistungen in der Wohngebäudeversicherung bewegen sich im Milliardenbereich. Leitungswasserschäden zählen weiterhin zu den größten Kostentreibern. Auch die durchschnittliche Schadenhöhe je Schadenfall ist in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen – ein Trend, der sich laut Branchenanalysen weiterhin fortsetzt.
3. Extremwetter, Klimarisiken und neue Gefahren ⛈️
Wetterextreme wie Starkregen, Überschwemmungen, Hagelschlag oder Sturmereignisse treten häufiger auf und verursachen zunehmend höhere Schäden. Die Studie des Instituts für Bauforschung e. V. bestätigt diese Entwicklung und zeigt, dass Naturgefahren das Risiko- und Schadenprofil für Wohngebäude maßgeblich verändern. Diese Entwicklungen führen dazu, dass ältere Policen ohne entsprechende Elementarschadenbausteine oftmals keinen ausreichenden Schutz mehr bieten.
4. Technische Entwicklungen und neue Gebäudestandards
Viele moderne Komponenten, die heute in Wohngebäuden weit verbreitet sind, existierten zum Zeitpunkt älterer Vertragsabschlüsse entweder noch nicht oder wurden versicherungstechnisch nicht berücksichtigt. Dadurch entsteht ein erhebliches Risiko von Deckungslücken, da diese technischen Anlagen in historischen Policen häufig nicht oder nur unzureichend abgesichert sind.
z.B.: Wärmepumpen, Photovoltaikanlagen, Balkonkraftwerke, Rasenroboter oder Smarthome-Systeme
Technische Anlagen sind wertintensiv, komplex und häufig essenziell für die Funktionsfähigkeit eines Gebäudes. Eine fehlende oder veraltete Absicherung kann daher zu sehr hohen Eigenkosten führen.
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Bist du bereits gegen Elementarschäden versichert?
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📈 Steigende Beiträge sind nachvollziehbar
Erhöhte Prämien resultieren aus den steigenden Schadenkosten und dem erhöhten Risikodruck in nahezu allen Gebäudesparten. Ältere, besonders günstige Tarife wirken daher zwar attraktiv, decken im Ernstfall jedoch häufig nicht mehr die benötigte Leistung ab und können somit zu erheblichen Eigenaufwendungen führen.
‼️Risiken des Festhaltens an veralteten Verträgen
Unterversicherung: | Ohne regelmäßige Anpassung der Versicherungssumme – etwa über den gleitenden Neuwert – besteht das Risiko, dass im Schadenfall nur ein Teil der tatsächlichen Wiederherstellungskosten ersetzt wird. |
Unvollständige Deckung: | Ältere Verträge enthalten häufig keine modernen Deckungserweiterungen wie Elementarschäden oder technische Entwicklungen wie Wärmepumpen, etc. |
Veraltete Tarifstrukturen: | Neue Tarife bieten oftmals erheblich verbesserte Leistungsumfänge oder Bedingungen. Selbst bei höheren Beiträgen kann der umfassendere Versicherungsschutz wirtschaftlich sinnvoller sein. |
✅ Warum eine Aktualisierung alter Verträge sinnvoll ist
Finanzielle Sicherheit im Schadenfall: | Eine korrekt bemessene Versicherungssumme stellt sicher, dass die Wiederherstellungskosten vollständig gedeckt werden. |
Modernere und umfangreichere Deckungskonzepte: | Neue Risiken – beispielsweise durch klimatische Veränderungen oder moderne Bauweisen – können berücksichtigt werden. |
Anpassung an steigende Baukosten: | Regelmäßige Aktualisierungen minimieren das Risiko einer massiven Unterversicherung, selbst wenn dadurch höhere Beiträge entstehen. |
💡Empfehlung: So gehst du vor
Vertragsunterlagen überprüfen
Welche Versicherungssumme ist aktuell vereinbart?
Besteht eine gleitende Neuwertregelung?
Welche Deckungselemente sind eingeschlossen (z. B. Elementar, Abbruch- und Aufräumkosten,...)?
Vergleichsangebote einholen
Lassen Sie prüfen, ob ein moderner Tarif mit erweitertem Leistungsumfang sinnvoller ist.
Vergleichen Sie nicht ausschließlich den Preis, sondern vor allem die versicherten Leistungen im Schadenfall.
Versicherungssummen regelmäßig aktualisieren
Insbesondere nach Modernisierungen, Umbauten oder bei deutlichen Baukostenveränderungen.
Mindestens im mehrjährigen Rhythmus sollte eine Überprüfung erfolgen
Fachkundige Unterstützung nutzen
Versicherungsexperten oder unabhängige Berater können mögliche Unterversicherungsrisiken identifizieren und geeignete Tarifoptionen empfehlen.
▶️ Fazit
Altverträge mögen auf den ersten Blick attraktiv erscheinen – insbesondere aufgrund niedriger Prämien. Doch diese Preisstabilität geht häufig zulasten des tatsächlichen Versicherungsschutzes. Moderne Tarife berücksichtigen aktuelle Baukosten, erweitern die Deckung auf neue Risiken und bieten insgesamt einen deutlich besseren Schutz. Eine regelmäßige Überprüfung und Aktualisierung der bestehenden Policen ist daher ein wichtiger Bestandteil einer verlässlichen und zukunftsfähigen Absicherung.
Vereinbare einen Termin und lass dich gern von uns beraten!

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